Achtsamkeit

Achtsamkeit üben im Alltag...

Achtsamkeit ist alltagstauglich, trotz ihrer vielen Facetten Teil 1/2

Guten Tag,

kann ich für ca. 10-15 Minuten Ihre Aufmerksamkeit für diesen Beitrag haben?
Das würde mich freuen und Sie könnten sich gleich in Achtsamkeit üben.
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Vielleicht haben Sie sich schon mal mit dem Begriff
"Achtsamkeit" beschäftigt, ihn mal gehört, mit Freunden darüber gesprochen oder einfach mal gegoogelt. Und, vielleicht,, ist Ihnen dabei auch aufgefallen, dass der Begriff sehr unterschiedlich verstanden, erklärt oder benutzt wird.
Da liegt einfach daran, dass Achtsamkeit viele Facetten hat.

Wir sagen oder rufen häufig: "Sei vorsichtig!", wenn z. B. unser Kind etwas neues ausprobiert oder auf dem Spielplatz gerade "halsbrecherisch" über ein Hängebrücke balanciert, stehend schaukelt oder bäuchlings die Rutsche runter donnert.
Hier sagen auch: "Fahr vorsichtig!", wenn ein Familienmitglied, ein Freund oder ein Bekannter die Rückfahrt von unserer Gartenparty antritt (natürlich alkoholfrei).
Dieses "Sei vorsichtig" könnte man auch als den Hinweis "Sei achtsam" auffassen. Was wir nämlich ausdrücken wollen, ist, dass der- oder diejenige, die sich fortbewegt, das bitte konzentriert und aufmerksam tun soll, damit sie/er wieder gesund nach hause kommen.
Und da haben wir auch schon eine Erklärung für den Begriff "Achtsamkeit". Es ist eben genau die Konzentration, ausschließlich auf das zu richten, was wir gerade tun. Und wenn ich ausschließlich schreibe, dann meine ich ausschließlich!

Wenn Sie sich vornehmen, achtsamer mit sich umzugehen (natürlich auch mit anderen) dann kann es auch schon losgehen.
Das simple Prinzip der Achtsamkeit, kann bereits angewandt werden, während Sie diesen Beitrag lesen.
Hecheln Sie ihn nur durch, weil Sie nicht viel Zeit haben, sondern noch irgendwas im Haushalt tun oder weil Sie gleich fernsehen wollen? Oder lesen Sie ihn gerade während Sie sich auf dem Ergometer abstrampeln? Sehen Sie, dann sind sie grad nicht achtsam.

Nehmen Sie sich jetzt vor, entweder diesen Artikel zu lesen oder das jeweils andere zu tun. Und wenn Sie sich vornehmen, diesen Artikel zu lesen, dann lesen Sie bitte AUSSCHLIEßLICH diesen Artikel!

|| Wenn ich ein Glas Wasser trinke, dann trinke ich ein Glas Wasser. Wenn ich hier einen Beitrag schreibe, dann schreibe ich einen Beitrag auf hier in meinem Blog.
Ich trinke also kein Wasser während ich schreibe und ich schreibe nicht, während ich trinke. ||


Abgesehen davon, dass ich tatsächlich die Hände von der Tastatur nehmen muss, um einen Becher mit Wasser anzuheben, ist genau das das Prinzip Achtsamkeit.
Ich richte meine VOLLE Konzentration auf diesen Moment des Wassertrinkens und nicht auf den Beitrag. Ich formuliere während des Trinkens nicht weiter an dem Beitrag und ich trinke nicht während ich formulierend schreibe.
Ich nehme mir also eine kleine Auszeit von ein paar Sekunden und genieße bewusst den oder die Schlucke Wasser, ich spüre wie das Wasser in meinen Mundraum gelangt, seine Kühle, die Erfrischung, die es mitbringt und schlucke es bewusst herunter, ich spüre das Wasser in meiner Kehle und wenn ich ganz gut bin, sein Ankommen im Magen...

Diese paar Sekunden vollständige Aufmerksamkeit für eine so banale Tätigkeit wie "Wasser trinken" erfrischt nicht nur meinen Mund und meine Kehle, nein sie erfrischen auch meinen Verstand, mein Denken, meine Fähigkeit zu formulieren.

Wenn ich mich dann wieder dem schreiben zuwende, bin ich wach, konzentriert und kann leichter formulieren.

Auch beim Autofahren können Sie Achtsamkeit üben. Richten Sie Ihre gesamte Aufmerksamkeit aufs fahren, planen Sie nicht während der Autofahrt das nächste Meeting, überlegen Sie nicht, was Sie eventuell vergessen haben könnten zu tun oder mitzunehmen.
Fahren Sie nur Auto!
Richten Sie dabei auch nicht den Blick auf sich, kehren Sie also nicht bei sich ein, lassen Sie Gedanken die aufkommen weiterziehen.
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Fahren Sie nur Auto!
Richten Sie Ihre gesamte Aufmerksamkeit auf das Fahren.
Auch (oder gerade) wenn Sie tagtäglich die gleiche Strecke fahren, werden Sie viel neues entdecken, das Sie in sich aufnehmen und das Sie bei dieser (kleinen) Übung zur Achtsamkeit auch unterstützt.
Fahren Sie nur Auto!
Es ist auch nicht schlimm, wenn Sie es am ersten Tag nur ein oder zwei Minuten schaffen. Diese zwei Minuten Achtsamkeit hatten Sie am Vortag noch nicht! Bleiben Sie dabei, jeden Tag ein oder zwei Minuten und Sie werden sehen und spüren, dass es "automatisch" längere Achtsamkeitsphasen gibt. Setzen Sie sich nicht unter Druck.
Denken Sie daran, Sie wollen sich was gönnen, Sie wollen sich nix aufbürden!



Teil 2/2 folgt demnächst...

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Auch hier können Sie Ihre Achtsamkeit trainieren:

Am Dienstag, den 23.11.2020 um 17:00 h gibt's ein kostenloses LIve-Webinar zur Einführung in die GFK.
Hier geht's zur Anmeldung!

Der nächste Online-Übungsabend GFK findet wieder, wie jeden 1. Dienstag im Monat, am 01.12.2020 um 19:00 h statt.
Infos dazu
hier.