gewalfrei

Die Wolfs- und Giraffensprache...

...ist von Rosenberg eingeführt worden, um die Gewaltfrei Kommunikation (GFK oder Non Violent Communication NVC) deutlicher darstellen zu können. Die Wolfs- und Giraffensprache war auch Gegenstand des "Übungsabends Gewaltfreie Kommunikation (GFK)", der am 05.05.2020 von 19:00 - 21:00 wieder online stattfand.

In diesem
ersten Teil, gehe ich nur auf die Grundlagen dieser Aufteilung ein. In einem weiteren Blogpost erläutere ich dann die jeweiligen Sprachmuster.

Wolfs- und Giraffensprache Teil 1/2
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Der Wolf steht für unsere gewöhnliche und gewohnte Alltagssprache, die ja vom Grundsatz her insofern sehr gewalttätig ist, weil wir im Alltag ständig urteilen, bewerten, abwerten, kommentieren, beschwichtigen, etc.
Wir haben diese Sprache durch Erziehung und Sozialisation erlernt und wir hinterfragen diese Form der Kommunikation selten, obwohl uns häufig auffällt, dass wir bei anderen "anecken", teilweise gar Wut und Zurückweisung erfahren und wir fühlen uns dann missverstanden oder zu Unrecht kritisiert.
Diese Missverständnisse sind ebenfalls Teil unserer Alltagssprache und wir sind daran gewöhnt.
M. a. W. wir leben ständig mit Konflikten, die durch unsere Art miteinander zu sprechen entstehen. Das bedeutet auch, dass wir ständig auf der Hut sind, möglichst keine Konflikte zu provozieren und genau diese Strategie entfremdet uns noch mehrt voneinander, macht uns noch "wölfischer", sowohl zu uns selbst, als auch anderen gegenüber.

Ein Teufelskreis, den wir nur schwer durchbrechen können.
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Allerdings kennen wir auch andere Kommunikationssituationen, wir kennen Situationen in denen wir uns von unserem Gegenüber verstanden ja geradezu aufgehoben fühlen. In solchen Situationen wird uns warm ("ums Herz"), wir fühlen uns leicht und können von uns und unseren Bedürfnissen und Gefühlen reden. Umgekehrt haben wir den Eindruck, dass wir auch unserem Gegenüber sehr nahe sind.
Diese Situation ist eine
empathische!
Empathie ist das, was uns in diesem Moment durchströmt und verbindet.

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Es ist dann die Sprache der Giraffe, derer wir uns bedienen. Die Giraffe spricht aus dem Herzen, sie wendet keine Strategie an, sie spricht von sich, von ihren Gefühlen und Bedürfnissen und eröffnet dadurch beiden Kommunikationsparteien die Möglichkeit eines Austausches, der von Herzen kommt.








Rosenberg hat das so beschrieben:
Unbekannt

"Was ich in meinem Leben will, ist Einfühlsamkeit, ein Fluss zwischen mir und anderen, der auf gegenseitigem Geben von Herzen beruht."

Er spricht bewusst nicht von "Geben und Nehmen" sondern nur von einem Geben von Herzen. Das ist eine weitere Grundlage der GFK. Wir geben von Herzen und brauchen zunächst kein Gegenüber, das uns auch was gibt.


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Dadurch, dass wir bereit sind von "Herzen zu geben", also empathisch zu sein, beiden wir unserem Gegenüber an, ebenfalls von Herzen zu geben. Wir sprechen dann "graffisch" und stoßen damit nicht immer auf Verständnis, denn "graffisch" ist eine Sprache, die nicht jeder sofort beherrscht. Obwohl jeder die notwendigen Ressourcen dafür mitbringt, denn jeder Mensch* ist empathiefähig.
Empathie gehört zur Grundausstattung von uns Menschen, sie zeichnet uns aus. Allerdings ist unsere Ressource Empathie verschüttet, sie muss häufig erst wieder aktiviert werden. Wer GFK "erlernt", lernt auch seine Empathiefähigkeit wachzurufen. Zuerst für sich selbst, denn wir gehen auch eher "wölfisch" mit uns selbst um, was gleichbedeutend ist mit empathiearm oder gar empathielos. Erst wenn wir in der Lage sind, mit uns selbst emphatischer ("giraffischer") umzugehen, sind wir auch besser in der Lage, mit anderen "giraffischer", sprich emphatischer zu kommunizieren.
Eine empathische Sprache ist
nicht manipulativ, sie ist nicht auf einen Vorteil zum Nachteil eines anderen ausgerichtet, sie will auch nicht das eigene Bedürfnis und dessen Befriedigung in den Mittelpunkt stellen, sondern sie stellt die eigenen Gefühle und Bedürfnisse dar, um Klarheit zu schaffen, über was geredet wird.

Daher ist die GFK auch keine Kommunikationsstrategie oder -methode es ist eine Haltung und diese GFK-Haltung kann sich jeder Mensch aneignen, wenn er denn seine Gefühle und Bedürfnisse kennt, benennen und so, anderen einen Weg zu sich ebnen kann.

Wie sich die Wolfs- bzw. Giraffensprache ausdrückt, erkläre ich im Beitrag "Wolfs- und Giraffensprache" 2/2, demnächst hier.


*Lediglich Psychoathen (d. i. eine schwere Form der antisozialen (dissozialen) Persönlichkeitsstörung (APS)) sind nicht zur Empathie fähig, obwohl sie diese sehr wohl gut "vorspielen" können und sich auf diese Weise Zugang zu anderen Menschen verschaffen und sie so manipulieren.





Was verbindet Mediation und GFK?

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In der Ausbildung zum Mediator/Mediatorin, wird der GFK ein breiter Raum eingeräumt, manche Ausbildungsinstitute meinen gar, dass die GFK die Grundlage für eine gelingende Mediation schlechthin ist. Dem kann ich insoweit folgen, als ich in der Praxis sehr häufig die Erfahrung gemacht habe, dass ich durch konsequente GFK eine empathische Beziehung zu den Medianten aufbauen konnte und dadurch den Prozess der Mediation voran bringen konnte.
Das geschah natürlich dadurch, dass die Medianten sich „verstanden und aufgehoben“ gefühlt haben.

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